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Passionsandachten

Montag 06.04.2020

ANDACHT zu Vater vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was Sie tun !

Vater, vergib ihnen...! Herr – dein erstes Wort am Kreuz. Wer sind die, für die du um Vergebung bittest? Die dich ans Kreuz schlugen ?
Die Soldaten vom römischen Hinrichtungskommando, die Befehlsempfänger auf der untersten Ebene, die die Dreckarbeit machen mussten.
Vater, vergib ihnen...! – so sagtest du , du, als du gekreuzigt wurdest. Meintest du auch jene, die den Befehl dazu gaben. Die dazu anstifteten. Pontius Pilatus, der Statthalter des römischen Macht- und Rechtsstaates, der dich verurteilte, weil er unter Druck gesetzt wurde. Der König Herodes, der seinen Mutwillen mit Gefangenen trieb. Die Ältesten aus dem Volk Israel, seine Hohenpriester und die Gelehrten der heiligen Schriften, der Hohe Rat, der über dir zu Gericht saß und auf Todesstrafe erkannte. Die Aufhetzer und die Aufgehetzten im Volk, die zu Pilatus schrien: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Vater, vergib ihnen...! so sagtest du Ihnen allen. Auch dem Judas, der dein Jünger war und dich verriet mit einem Kuss für dreißig Silberlinge.
Und auch Petrus, deinem Vertrauten, der dreimal leugnete, dich zu kennen und zu dir zu gehören - in jener Nacht der Gefangennahme.

Vergib ihnen, Vater! – sagtest du im Hinblick auf die, die an deinem Tod schuldig geworden sind …. Und so bittest du auch für uns, die wir in diesen Tagen an deine Passion denken und an unser Leben und unsere Schwachheit. Denn, so sagtest du, sie wissen nicht was sie tun. Wussten die Folterer wirklich nicht, dass sie dich quälten? Wusste Pilatus nicht, dass er mit seiner Entscheidung, dich zu kreuzigen, Recht brach? Wussten die Frommen nicht, dass ihre politische Anklage, du seist ein Volksaufrührer, falsch war? Deine Jünger kamen zumindest nach ihrer Tat zu Bewusstsein: Petrus, der dich verleugnete, weinte bitterlich, als es geschehen war und der Hahn krähte in dieser Nacht. Judas, der dich verraten hatte, brachte die dreißig Silberlinge zurück und sagte: Ich habe Unrecht getan, dass ich unschuldig Blut verraten habe. Aber da war es zu spät. Keiner hörte mehr auf ihn. Er aber ging fort und erhängte sich.

Was immer sie alle wussten oder auch und nicht wussten - sie alle hatten Gott nicht auf ihrer Rechnung. Sie wussten nicht, dass Gott in dieser Geschichte aus ihrem Bösesten sein Allerbestes machte. Sie wussten nämlich nicht, dass sie Gott selber trafen, als sie dich kreuzigten . Wissen wir´s? Wissen wir denn immer so genau von unserem Tun? Und wissen wir denn, was wir jeden Tag tun , wenn wir zur Arbeit fahren, Lebensmittel einkaufen, mit Menschen reden oder auch sie übersehen, dabei muss es nicht nur ein Virus sein, den wir unbewusst weitertragen. Wieviel Bewusst-losigkeit regiert uns und lässt uns teilnehmen an zahllosen Kreuzigungen in dieser Welt. Jesus du holst unsere Bewusstlosigkeit hervor, machst deutlich, worüber wir an uns selbst erschrecken und was wir anderen zu verzeihen haben . Die Täter von damals sind tot. Aber deine Bitte für uns, die wir leben ist und bleibt lebendig. In unser bewusstes und unbewusstes Handeln fällt dein Licht, Du bist unser Fürsprecher bei Gott. Du bittest um Vergebung für uns durch dein Kreuz, dafür danken wir dir von ganzem Herzen AMEN                                       Pfarrerin HANNA WIMMER

Mittwoch 8.04.2020

ANDACHT: Wahrlich ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein

Um was geht es eigentlich in diesen Kreuzigungsszenen, um was geht es überhaupt bei der Kreuzigung. Hätte Jesus nicht auch eines natürlichen Todes sterben können oder an Altersschwachheit? Warum dieses spektakuläre Aufgebot von Soldaten, von Oberen, von Pilatus, vom Hohen Rat und und und Warum das alles? Was soll uns Menschen dadurch deutlich werden, was will Gott uns damit sagen?.

Wenn wir genau hinhören, dann sagt es Jesus selbst, um was es geht, in dem Wort, das er zu dem Verbrecher neben ihm sagt und in dem Wort gleich zu Beginn der Kreuzigungsszene. "Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!" Heute – das meint keinen Tag im Kalender. Das auch, gewiß, aber es meint viel mehr: Jetzt bist du frei und unbelastet, jetzt bist du deine Schuld los, jetzt hast du eine neue Unschuld. Das Paradies ist ja der Ort derer, die vor Gott in Freiheit und Freude leben, los- und freigesprochen von all ihrer Last und Schuld.

Und zu wem sagt Jesus das ? Zu einem der beiden Verbrecher, die neben ihm gekreuzigt wurden. Der eine läßt auch in dieser letzten Stunde die Wahrheit nicht an sich herankommen. Das soll es wohl geben, daß einer in seiner Lebenslüge stirbt.

Der zweite Verbrecher reagiert ganz anders: "Ja, diese schreckliche Welt ist meine Welt, von mir mitgestaltet und von mir mitzuverantworten." Wie kam ihm diese tiefe und heilsame Erkennntnis? Offenbar an diesem Jesus , der in der Mitte hängt. An ihm schaute er in eine andere, eine für ihn "neue" Welt, in ein neues Reich. Vielleicht hatte er das andere Wort mitgehört: "Vater, vergib!" Ihm bleibt nur eine Bitte, nämlich diese: "Jesus, gedenke an mich, wenn dein Reich Wirklichkeit wird!" Verzweiflung und Hoffnung in einem ist das, Verzweiflung an sich selbst – Hoffnung auf das andere, das Neue, das Vergebung heißt.

Zwei Männer – zwei Möglichkeiten. Sie werden zur Frage an uns. Wer bin ich, wie sehe ich mich?

Der Anblick des Kreuzes Jesu fordert uns auf, ehrlich zu uns selbst zu stehen, uns, unsere Vergangenheit unser Tun und Handeln unser Sinnen und Trachten ins Bewusstsein zu rücken. Passionszeit heißt aufdecken, wer oder was wir sind, ehrlich zu uns selbst zu stehen. An Jesus erkenne ich mich selbst, nämlich indem ich sehe wo es bei mir fehlt, was meine Welt von seiner Welt unterscheidet. Ich habe zu Beginn gefragt, um was es eigentlich geht bei der Kreuzigung – die Antwort : Das Kreuz Jesu ist die Aufdeckung all dessen, was in uns Menschen steckt , auch in mir steckt, Meine Person ohne Maske, ohne Spiegel. Ich kann mich wie die beiden Männer entscheiden, ob ich diese gnadenlose Wahrheit über mich ertragen kann und zugeben kann, wer ich bin - oder ob ich lieber abwinke, und alles herunterspiele, beschwichtige, so tu als ob doch alles nicht so wild wäre, oder auf diese Art Selbstbeschauung nur spöttisch reagiere. Doch wenn ich mich darauf einlasse und mich selbst ohne wenn und aber vor Gott stelle, dann wird er auch zu uns sagen …………… heute noch wirst du dich fühlen wie im Paradies, denn ich vergebe dir alle deine Schuld und verspreche dir, immer an deiner Seite zu bleiben und dich zu lieben, bis du einst ganz in mir geborgen und aufgehoben sein wirst. AMEN            Ihre Pfarrerin HANNA WIMMER

Freitag 10.4.2020

ANDACHT: Es ist vollbracht und Vater in deine Hände befehle ich meinen Geist

,,Es ist vollbracht" – dies ist eines der letzten Worte der irdischen Geschichte Jesu. Man könnte es auch übersetzen mit:„Vollendet!“ Oder:„Am Ziel!“ Oder:„Fertig! Geschafft!“ Doch was ist vollbracht? Was ist vollendet? Wer ist am Ziel?

Offenkundig ist: Am Ziel ist der Plan derer, die Jesus beseitigen wollten. Sie haben ihn erledigt, die feigen Verräter. Ihr Mord ist vollbracht. Und doch sagt dieses Wort nicht etwa einer von den Häschern und Mördern, sondern Jesus selbst sagt es. Also ist dies wohl nicht das einzige, was vollbracht ist. Vollbracht ist v.a., dass alle, die an Jesus glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Vollbracht ist die Tat der Versöhnung. Vollbracht ist der Sieg der Liebe Gottes über die Sünde der Welt.. Vollbracht und vollendet ist das Böse. Bis zuletzt hat er, Jesus, alles durchstanden, alle Tiefen durchgemacht, voll gebracht, allen Hass der Menschen, auf sich genommen, damit alles nicht-göttliche in der Welt vollendet ist und zum Guten werden kann. Deshalb feiern wir den Karfreitag, um uns den Tod Jesu zum Besten dienen zu lassen, ,Es ist vollbracht“ auch für mich! Diese Worte tauchen das grausame Geschehen auf Golgatha in einen eigentümlich hellen Schein. Keine Schuld und kein Versagen kann sich jetzt zwischen uns und Gott stellen. Unsere Angst vor dem Tod verliert ihre Schrecken. Leiden und Tod sind nicht aufgehoben, aber das Böse daran hat seine Wirkung verloren, Denn einer hat für uns im Tod gesagt: ,,Es ist vollbracht“.

Und dann, bevor er zum letzten Mal atmet, die Worte, Vater in deine Hände befehle ich meinen Geist. Noch einmal ist Jesus für seine Jünger und für uns wie ein Lehrer, ein Hirte, der den Weg zeigt. Auch wenn es in unserem Leben Situationen gibt, wo wir alles loslassen müssen und allein, ungesichert und ungeschützt dem Angst machenden, gegenüberstehen, dann ist es eine ungeheure Stärkung, wenn wir wissen: Wir dürfen dennoch Vertrauen haben, so wie auch Jesus am Kreuz nach seiner Gottverlassenheit auch wieder zu Gott Vater sagen konnte. Wir dürfen unser Leben, unsere Angst, unsere Schmerzen, unsere Zwänge, unsere Hoffnung und Befürchtung, alles in „die Hände des Vaters“ legen. Am Sterben Jesu können wir lernen, wie wir Krisen in unserem Leben und auch die letzte Krise unseres Lebens durchstehen können. Er zeigt es uns. Er macht es uns vor. Dieses letzte Wort an den Vater ist nicht allein ein Wort seines persönlichen Glaubens und Vertrauens, das er wiedergefunden hat. Es ist auch ein Vermächtnis an die Gemeinde, an uns. So zeigt uns diese letzte Stunde Jesu: Christus übersteht diese letzte Krise – ohne Bitterkeit, in überwundener Angst, getrost. Er möchte uns Mut machen loszulassen, aufzuatmen, und das Leben in Gottes gute Vater Hände zu legen.

Und ein weiteres: diese Wort möchten uns auch ermutigen, sich in solchen Krisenzeiten an die Texte der heiligen Schrift zu halten. So hat er auch dieses letzte Wort, dem Psalm entnommen, den wir vorher miteinander gesprochen haben. Die heiligen Schriften (auswendig gelernt) haben ihm Kraft und Ausdauer im Gottvertrauen gegeben. So schwach das Kreuz aussieht, ist es gar nicht. Die Kraft, die von ihm ausgeht, ist tiefer und stärker als alle Kraftquellen der Welt, denn es macht uns gewiss: nichts und niemand kann uns aus des Vaters Hand reisen. AMEN

                                                                      Ihre PFARRERIN HANNA WIMMER

Dienstag 07.04.2020

ANDACHT Frau, siehe dein Sohn! Siehe deine Mutter

Diese beiden Worte wirken wie ein Vermächtnis, Frau sieh dein Sohn so sagt er zu seiner Mutter und zu Johannes seinem besten Freund „ Sieh, das ist deine Mutter“ Ergreifend wie Jesus da im Sterben anstatt sich zuerst um sich zu kümmern, an seine Mutter denkt. Aber das erleben wir auch manchmal so, an manchen Kranken- und Sterbebetten: Die, die voll Vertrauen ins Land des Todes gehen, sind in der Lage, die Traurigen, die Zurückbleibenden, zu trösten. Unglaublich.

Aber was wird mit denen, die zurückbleiben und nun allein zurechtkommen müssen? Hat ihr Leben noch Sinn und Ziel oder ist nicht vielmehr Verzweiflung angesagt, wenn eine Mutter einen Sohn verliert, wenn ein Mann seine Frau verliert, wenn ein Mensch seinen besten Freund oder Freundin verliert. Geht es uns da nicht wie in diesen Versen von Kaleeko: , Vor dem eigenen Tod ist mir nicht bang, nur vor dem Tode derer, die mit nah sind. Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? Allein im Nebel tast ich todentlang und lass mich willig in das Dunkel treiben. Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben. Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr; und die es trugen mögen mir vergeben, bedenkt: den eignen Tod den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andern muss man leben.

Welchen Sinn hat solches Leiden, solches sich im Nebel entlang tasten. Maria wie schrecklich muss es für dich gewesen sein, den eigenen Sohn hier hängen zu sehen und machtlos dem gegenüberzustehen, alleingelassen in tiefer Trauer. Und du Johannes dein bester Freund, wie ein Vater war er zu dir, so viel habt ihr miteinander erlebt, freudiges und leidvolles. Was sagt Jesus zu euch? Frau sieh dein Sohn, und sieh das ist deine Mutter. Er verbindet Euch zu einer neuen Familie : "Fortan nahm sie der Jünger zu sich" Jesus vertraut diese beiden einander an.

Vielleicht ist ja wirklich jeder Abschied, selbst ein solch schwerer auch ein Neubeginn, eine Aufforderung, nicht am Grabe stehen zu bleiben, sondern das Leben neu in Angriff zu nehmen, nicht stehen zu bleiben bei der Trauer, sondern neues entdecken, neue Beziehungen zu entdecken, die Liebe zu den Menschen neu zu entdecken. Vielleicht sagt Jesus auch zu uns beim Tod eines Menschen: Frau, Mann siehe die Menschen neben dir und um dich herum, nimm sie an wie wenn sie zu deiner Familie gehören würden. Dabei brauchen wir unsere Gedanken und Erinnerungen nicht zu streichen, sondern können daraus Kraft schöpfen.

Eine Frau verliert ihren Sohn vierzigjährig durch einen schnellen Tod. Ein Jahr später mitten in der gemeinsamen Trauer stirbt auch ihr Mann. 'Was kann noch Schlimmeres kommen?' Gott schenkt ihr die Kraft, diese Empfindung, was kann noch Schlimmeres kommen, in Mut zu verwandeln. Sie wird fähig, an jedes Krankenbett treten zu können. Heute feiert sie an ihrem 80.Geburtstag 20 Jahre Krankenhausbesuchsdienst. Und sie kann zu Gott dankbar sagen: Du hast meine Klage verwandelt.

So also gewinnen das Leiden Jesu und seine Worte am Kreuz auch in unserm Kreuz und Leiden einen Sinn, indem wir uns von Gott neu hineinstellen lassen in eine weltweite Familie von Brüdern und Schwestern AMEN.

Ihre Pfarrerin HANNA WIMMER

Donnerstag 9.4.2020

ANDACHT zu: Mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen Mt 27,46

Eines der letzten Worte Jesu am Kreuz, nein keine Worte, ein Schrei, ein Schrei der Verzweiflung. Ein Ende wie es sich seine Anhänger nicht hatten träumen lassen. Sie hatten vielmehr von etwas anderem geträumt, wovon bekanntlich die meisten träumen, vom Reich und von der Herrschaft, vom triumphalen Gericht über die Feinde. Aber nun ist es im Gegenteil geendet. Ihre Blütenträume haben ein jähes Ende gefunden. Aus, vorbei: „wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen würde (Lk 24,21).“ Es war wohl nichts, so werden sie empfunden haben. Enttäuschung allenthalben.

Mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen. Die Menschen haben Jesus alle verlassen und jetzt fühlt er sich auch noch von Gott verlassen. Er, der nichts anderes wollte, als sein Reich auf dieser Welt aufzurichten. Menschen hatte er geheilt, ihnen geholfen, sich aufgeopfert mit seiner Liebe, sie getröstet, ihnen von Gott dem Vater erzählt, ihnen ihre Lasten genommen, sie befreit, für andere gelebt hat er – und am Ende alleingelassen, im Stich gelassen, abgeschnitten von aller Liebe, aller Freude. Keiner der mitleidet, keiner der die Hand hält, keiner der tröstet. Alle menschliche Dimension wäre noch zu verkraften gewesen, ein Mensch erträgt viel. Aber das Schlimmste in den Tiefen der menschlichen Erfahrungen ist das Gefühl, dass selbst Gott mich verlassen hat. Jesus endet in der Verlassenheit von eben demjenigen Gott, dem er sein Leben geweiht und zum Opfer gebracht hat. Das ist die eigentliche Dimension dieses Sterbens, dieses Kreuzes und dieses Todesschreies. Daneben verglimmt alles andere an menschlicher Enttäuschung zu nichts. Er Gott selbst, hat seinen eigenen Sohn verlassen.

Mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen, für mich die ergreifendsten Worte der ganzen Passionsgeschichte. Alle menschlichen Qualen werden durch diesen Schrei als gering erachtet. Dass Menschen uns verlassen, damit müssen wir manchmal rechnen, damit könnten wir leben und müssen wir sterben, aber dieses Gefühl der Gott-verlassenheit, das ist das Schlimmste, was einem Menschen je passieren kann. Da werden nicht nur Zweifel am Glauben laut, sondern Zweifel am Sinn meines Lebens, Zweifel am Leben überhaupt. Wir würden diesen Satz gerne streichen, verharmlosen, nicht so ernst nehmen. Warum auch dies noch, mein Gott, hätten die menschlichen Qualen nicht genügt, hätte nicht die Erfahrung menschlicher Verlassenheit gereicht. Musste er sich auch noch von dir verlassen fühlen – Mein Gott warum?

 

Warum? – damit es kein aber auch gar kein Tiefpunkt menschlicher Erfahrung gibt, an dem er, Jesus, nicht mitleiden könnte, mitgehen könnte in die tiefsten Abgründe menschlichen Leids. Selbst dorthin begleitet er uns und hilft uns hindurch, wo wir uns nicht nur von Menschen, sondern auch von Gott verlassen fühlen. Wo Zweifel uns quälen, wo wir nur noch unsere Angst und Wut unsere Verzweiflung herausschreien können, ja wo wir Gott selbst klagen und anklagen. Selbst da geht, unser Herr mit uns und nimmt uns an der Hand und führt uns hindurch – deshalb. AMEN.

Ihre Pfarrerin HANNA WIMMER