Tageslosung

für den 10. April 2020

Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten!

Psalm 112,1

Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

1. Petrus 2,24-25

Pfarramt Dürrenzimmern:

07135/5391

Pfarrerin Hanna-Renate Wimmer

Handy 015775771217

Hanna-Renate.Wimmer@elkw.de

Aktuelles

Infos Amtsblatt

Ostern – das Fest der Auferstehung, wird auch in diesem Jahr nicht ausfallen , auch wenn die äußeren Bedingungen etwas anders sind in diesen Zeiten. Das Wort vom Leben, das den Tod überwunden hat, soll und darf trotzdem aller Welt verkündet werden. Daher werden am Ostersonntag um 10 Uhr die Glocken läuten und dazu hören wir Trompetenklänge (Osterlieder) auf dem Kirchplatz und danach an verschiedenen Plätzen in der Gemeinde. Gerne dürfen Sie dabei mitsingen. Schön wäre auch, wenn hier und da ein geschmücktes Osterfenster zu sehen wäre, an dem man sich bei einem Osterspaziergang, wie auf der Suche nach Osternestern, erfreuen kann. Machen Sie mit und setzen sie gerade an Ostern in ihrem Ort ein Zeichen der Freude und der Hoffnung ! (Außerdem macht es ja auch Spaß mit oder ohne Kinder solch ein Fenster zu dekorieren) Außerdem gibt es auch zur Ostergeschichte einige Osterstationen zu entdecken.

Weiterhin möchten wir gerne anbieten:

  1. Jeden Tag ist unsere Kirche für Sie (zum Gebet und Innehalten, zum Lesen und Hören) geöffnet und zwar täglich von 15 Uhr bis 19 Uhr. Es erwartet Sie dort ein Raum der Stille, Gebete und Gebetsanliegen, Taizélieder, die ausgedruckte Andacht über den Predigttext des jeweiligen Sonntags zum mitnehmen und in der Karwoche jeden Tag eine Passionsandacht (mit Ablauf) zu den 7 letzten Worten Jesu am Kreuz. Am Gründonnerstag und Ostersonntag mit Abendmahl für einen Gottesdienst für die eigene Hausgemeinschaft. Gerne möchten wir alle Gemeindeglieder einladen, dies einmal zu Hause auszuprobieren.
  2. Natürlich können Sie alles auch gerne per Mail erhalten. Falls Sie das möchten, melden Sie sich einfach per Mail an Hanna-Renate.Wimmer@elkw.de. Eine weitere Möglichkeit ist, dass vor allem ältere Personen die Andachten im Briefkasten vorfinden. Falls Sie davon Gebrauch machen möchten, melden Sie sich bitte bei Elvira Wütherich (Tel. 937060)
  3. Wir unterstützen gerne unsere älteren Mitbürger mit kleinen Besorgungen oder beim Wocheneinkauf. Sonja Conte, Tel. 12790 oder Christine Hönnige, Tel. 13232. Wir helfen Ihnen gerne.
  4. In der Osterwoche haben Sie die Möglichkeit die Zeltkirche Brackenheim mit dem Thema Überleben vom 9. – 17. April online mitzuverfolgen, das heißt, daß die Vorträge online auf zelt2020.de immer um 20 Uhr zu sehen sind.

Vorschau: Bethelsammlung

Am Samstag, 2. Mai können gut erhaltene Kleidung, Wäsche, Schuhe, Handtaschen, Plüschtiere und Federbetten usw. im Gemeindehaus abstellt werden. Sie bekommen einen Kleidersack ins Haus. Weitere Kleidersäcke können gerne in der Kirche oder vor dem Pfarramt (Hauseingang) mitgenommen werden. Näheres folgt.

Erreichbarkeit im Pfarramt: Das Sekretariat ist geschlossen, jedoch per E-Mail Pfarramt.Duerrenzimmern@elkw.de erreichbar. Natürlich dürfen Sie jederzeit auch Pfarrerin Wimmer in seelsorgerlichen Angelegenheiten oder sonstigen Fragen kontaktieren. Sie ist täglich von Dienstag bis Sonntag erreichbar unter Tel. 5391 oder 015775771217 oder per E-Mail (Hanna-Renate.Wimmer@elkw.de).

Predigt zu Karfreitag

Gedanken zum Karfreitag mit dem Predigttext:

2.Kor.5,14 – 21: Denn die Liebe Christi dräng t uns, da wir erkannt haben, dass einer für alle gestorben ist und so alle gestorben sind. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde. Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott. Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

 

Das kleine Mädchen stand mit großen, traurigen Augen vor der Mutter. Mit leiser, zaghafter Stimme fragte das Kind: „Sind wir wieder gut?“ Es ist schwer zu ertragen, wenn gerade gestritten wurde und die Beziehung gestört ist. Es drückt und bedrückt, wenn danach geschwiegen wird und alles stillsteht. Zerbrochenes macht Angst. Zweifel kommen auf. Ob das jemals wieder ganz und heil wird? „Sind wir wieder gut?“ Die Mutter unterbrach ihr Tun. Sie setzte sich und nahm ihr Töchterchen auf den Schoß. Eng aneinander geschmiegt meinte sie: „Aber klar doch, alles ist wieder gut.“

Versöhnung ist wundervoll. Sie vollbringt Wunder. Lasten fallen von einem ab. Es kann wieder entspannt geatmet werden. Die Augen strahlen und das Gesicht lächelt. Ohne Versöhnung geht es nicht.

Wird es wieder gut werden? Das beschäftigt uns recht häufig. Die Worte waren verletzend und der Streit heftig. Krachend fiel die Tür ins Schloss. Es ist zu sehen, was Ablehnung und Hass anrichten. Wie oft wird zu schnell und zu hart geurteilt.

Wird es wieder gut werden? Das treibt uns in diesen Zeiten ganz besonders um. Mit einer derartigen Pandemie hatten wir noch nie zu tun. Das macht mit so fassungslos. In nahezu allen Lebensbereichen, in Forschung und Medizin, in Politik und Wirtschaft, in Familien und im Alltag werden Antworten gesucht. Sie sind vorläufig. Was heute gesagt werden kann muss morgen bereits wieder revidiert werden. So wie es vor der Corona-Krise gewesen ist, kann es sehr wahrscheinlich nicht mehr werden. An das Damals kann nicht nahtlos angeknüpft werden. Zu vieles ist geschehen, das weh tut, das nachdenklich macht und ein Umdenken erfordert.

Wird es wieder gut werden? Manche Fenster sind gegenwärtig mit einem Regenbogen bemalt. Gegen das sintflutartige Eindringen dieses Virus in die Menschheit wird der Regenbogen gestellt. In seinen Farben leuchtet Gottes Zusage, Gottes Versprechen auf, das Leben und den Lebensraum zu erhalten. Buntes, Verlässliches, Hoffnungsfrohes im Grau der Zeiten.

 

Zeichen sind nötig, es wird gut werden, es darf, ja es muss gut werden. Das kann freilich nicht meinen, alles wird wie vorher oder das Böse verschwindet. Zeichen sind erforderlich, die Verlässliches anzeigen. Die uns dorthin weisen und führen, es gibt Versöhnung in dieser Welt mit ihren Gegensätzen und Verwerfungen. Inmitten von Schuld und dem vielfachen Leid. Paulus blickt dabei auf Christus und das Kreuzesgeschehen. Dort ist zu sehen, Gott ist uns gut. Es tut durch und durch gut, Gott in Christus ganz auf unserer Seite zu wissen. In Christus, am Kreuz, teilt Gott unser Schicksal bis in die letzten Lebensdetails hinein. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

 

Wohin kann geschaut werden in diesen extrem veränderten und beunruhigenden, in diesen sorgenvollen und leidvollen Tagen? Paulus lenkt unsere Blicke auf Christus und sein Kreuz. Versöhnung ist geschehen. Zwischen Gott und uns ist alles gut. Der Blick zum Kreuz öffnet uns die Augen. Wir können uns selbst und einander mit neuen Augen betrachten. Nicht mehr nach dem Fleisch, nicht mit unseren Maßstäben, unseren Sichtweisen, gemäß unseren Wertungen. Vielmehr gilt: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur…

 

Sind wir wieder gut? Wird alles gut werden? Alles wird gut. Gottes Versöhnung ist ein hohes Gut. Im englischen Sprachraum heißt der Karfreitag „Good Friday“, der „Gute Freitag“. Diese Benennung kann und will das Kreuz nicht verharmlosen. Es ist und bleibt ein schreckliches und fürchterliches Geschehen. Vielleicht bedarf es jedoch eines weiteren, eines zweiten, eines dritten Blickes aufs Kreuz, bis Gottes Versöhnen uns erreicht. Paulus scheint mir das zu erahnen, wenn er an Christi statt bittet: Lasst euch versöhnen mit Gott…

Am Kreuz kann wahrgenommen werden, wie sehr Gott um uns, um unser anfälliges Leben besorgt ist. Wie er menschliche Herzen und Seelen damit füllen möchte, es ist alles gut, es ist versöhnt. Wie er uns damit die Gegenkraft reicht, so dass das Heute bestanden werden kann und ein neuer Morgen erwartet werden darf. Ostern ist ja ganz ganz nahe.

 

Versöhnung ist ein kostbares Gut. Mit ihr heilt Gott. Verschlossenes bricht auf. Gräben werden überbrückt. Mauern werden durchlässig und überflüssig. Wunden beginnen sich zu schließen. Gerechtigkeit wird bestimmend. Es kann davon gelebt werden, dass Gott uns gut ist.

 

Pfarrer i. R. H.-W. Neth, Heidestr.11,74336 Brackenheim.